„Wir, Tschechow und Badenweiler“ – Die Theatergruppe der Rosinka bei der Internationalen Tschechow-Woche 2026
Am 25. Juli präsentierte die Theatergruppe der Bildungsinitiative Rosinka e. V. ihr Theaterprojekt „Wir, Tschechow und Badenweiler“ im Rahmen der Internationalen Tschechow-Woche 2026, die von der Deutschen Tschechow-Gesellschaft e. V. veranstaltet wurde. Die Aufführung fand im Annette-Kolb-Saal des Kur- und Festspielhauses Badenweiler statt und war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die Geschichte dieses Projekts begann bereits im Frühjahr. Kurz vor einer Exkursion der Rosinka nach Badenweiler lud die Vorsitzende der Deutschen Tschechow-Gesellschaft, Prof. Dr. Dorothea Scholl, unsere Schule dazu ein, eine eigene Theateraufführung für die Internationale Tschechow-Woche zu entwickeln. Während unseres Besuchs in Badenweiler wurden wir von Elisabeth Hartmann begleitet, die uns die Tschechow-Orte des Kurortes mit großer Begeisterung näherbrachte. Spätestens an diesem Tag war klar: Dieses Projekt wollten wir verwirklichen.
Nach intensiven Gesprächen entschieden wir uns für zwei Erzählungen Anton Tschechows: „Der böse Knabe“ und „Ein Chamäleon“. Die erste Geschichte ist leicht, humorvoll und voller feiner Ironie, die zweite eine scharfsinnige Satire auf Opportunismus und menschliche Anpassungsfähigkeit. Gemeinsam zeigen beide Erzählungen die erstaunliche Vielseitigkeit Tschechows und machen deutlich, wie aktuell seine Texte bis heute geblieben sind.
Das Drehbuch schrieb Ekaterina Anis, die künstlerische Leitung übernahm Swetlana Morozova. Über mehrere Monate hinweg wurde intensiv geprobt, an Figuren gearbeitet und nach passenden szenischen Lösungen gesucht. Für unsere jungen Schauspielerinnen und Schauspieler Richard, Alisa, Lew, Maxim und Tobias war dieses Projekt eine neue und wertvolle künstlerische Erfahrung.
Ein besonderer Dank gilt den Eltern unserer jungen Darstellerinnen und Darsteller. Über viele Monate hinweg organisierten sie Fahrten zu den Proben, unterstützten die Vorbereitungen und ermöglichten dieses Projekt mit großem persönlichem Engagement. Ohne ihre Hilfe wäre diese Aufführung nicht möglich gewesen. Dieses Theaterprojekt war eine gemeinsame Leistung von Kindern, Eltern und Lehrkräften.
Am Tag der Premiere war der Annette-Kolb-Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Unter den Gästen befanden sich der amtierende Bürgermeister Badenweilers sowie seine beiden Amtsvorgänger. Das Publikum verfolgte die Aufführung mit großer Aufmerksamkeit, lachte mit den Figuren, dachte mit ihnen nach und belohnte die jungen Darstellerinnen und Darsteller immer wieder mit herzlichem Applaus.
Besonders beeindruckend war das Spiel unserer jungen Schauspielerinnen und Schauspieler. Im Laufe der Aufführung wechselten sie mehrfach zwischen ganz unterschiedlichen Rollen und Charakteren. Dadurch entstand eine lebendige Zeitreise in die Welt Anton Tschechows. Die Aufführung wirkte geschlossen, lebendig und authentisch – und nach dem Schlussapplaus wollte das Publikum die jungen Künstlerinnen und Künstler kaum von der Bühne verabschieden.
Im Anschluss bedankten sich Prof. Dr. Dorothea Scholl, Vorsitzende der Deutschen Tschechow-Gesellschaft, sowie die Schriftstellerin Sera Leisinger herzlich bei der Theatergruppe der Rosinka. Frau Leisinger begleitete unser Projekt bereits während der Vorbereitungsphase in Badenweiler und unterstützte uns mit großem Engagement.
Ein besonderer Dank gilt außerdem Elisabeth Hartmann. Mit ihrer Begeisterung für Badenweiler, ihrer Kenntnis der Geschichte des Ortes und ihrer herzlichen Art legte sie den Grundstein für dieses Projekt und inspirierte uns, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Für die Deutsche Tschechow-Gesellschaft war unsere Aufführung ein weiterer Beitrag zur Pflege des Andenkens an Anton Tschechow, der seine letzten Lebenstage in Badenweiler verbrachte. Für die Rosinka bedeutete dieses Projekt jedoch weit mehr als eine Theateraufführung.
Gerade in solchen gemeinsamen Projekten wird sichtbar, wie wichtig der Dialog zwischen den Generationen ist. Für die Deutsche Tschechow-Gesellschaft bedeutet er, das kulturelle Erbe Tschechows weiterzugeben. Für die Rosinka ist er eine Möglichkeit, junge Menschen mit lebendiger Geschichte in Berührung zu bringen und zu zeigen, dass klassische Literatur keineswegs der Vergangenheit angehört. Sie lebt weiter, wenn sie gelesen, verstanden und auf die Bühne gebracht wird. Deshalb berühren Tschechows Geschichten auch heute noch Menschen jeden Alters.
Wir hoffen sehr, dass die Zusammenarbeit zwischen der Rosinka und der Deutschen Tschechow-Gesellschaft auch in Zukunft fortgesetzt wird. Solche Projekte schaffen Verbindungen zwischen Generationen, Kulturen und Ländern – und genau darin liegt ihr besonderer Wert.