Konferenz „Bilingualism and Intercultural Dialogue: Challenges of the 21st Century“ (Parma – Mailand, März 2026)

22.03.2026 20:00

Sechs Lehrkräfte der BKI Rosinka e. V. (Rheinfelden) nahmen an der internationalen Konferenz „Bilingualism and Intercultural Dialogue: Challenges of the 21st Century“ teil, die von der Universität Parma in Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und Methodikzentrum für Bilingualismus „Leo Tolstoi“ in Mailand organisiert wurde. Die ersten beiden Konferenztage fanden in Parma an der Universität statt, der Abschlusstag in Mailand – in der Schule „Leo Tolstoi“, wo der Schwerpunkt auf Workshops, offenen Unterrichtsformaten, Diskussionsrunden und einer Buchausstellung lag.

Für die Lehrkräfte von „Rosinka“ war dies weit mehr als eine Fachkonferenz – es war eine wichtige professionelle Begegnung mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern. Gerade in der heutigen Situation, in der viele Lehrkräfte russischer Schulen im Ausland in sehr unterschiedlichen Systemen und Kontexten arbeiten, gewinnen solche Treffen eine besondere Bedeutung. Sie ermöglichen den direkten Austausch, das persönliche Gespräch, das gemeinsame Nachdenken über Herausforderungen: Wie kann man das Interesse der Kinder an der russischen Sprache erhalten? Wie arbeitet man mit bilingualen Schülerinnen und Schülern auf unterschiedlichen Niveaus? Wie verbindet man Sprache, Literatur, Kultur und Gegenwart? Dieser lebendige fachliche Dialog war eines der wichtigsten Ergebnisse der Reise.

Das Programm der Konferenz war breit angelegt und zugleich stark praxisorientiert. In Parma fanden Fachvorträge, Panels, Diskussionsrunden sowie Präsentationen neuer Lehrwerke und methodischer Materialien statt. In Mailand lag der Fokus auf Workshops, praktischen Formaten, offenen Unterrichtseinheiten und einer Buchmesse. Besonders wertvoll war die Verbindung von Theorie und Praxis: Neue Ansätze konnten nicht nur gehört, sondern unmittelbar erlebt und ausprobiert werden.

Die thematische Vielfalt der Konferenz war beeindruckend. Im Mittelpunkt standen Fragen des Bilingualismus als Ressource und zugleich als Herausforderung unserer Zeit, der familiären Sprachpolitik, der Gefahr des Sprachverlustes sowie Wege der Weitergabe der russischen Sprache außerhalb der Sprachumgebung. Für die Lehrkräfte von „Rosinka“ waren insbesondere Beiträge zur Unterrichtspraxis in Deutschland und anderen europäischen Ländern von großem Interesse: Wie wird Russischunterricht in Städten wie Düsseldorf oder München organisiert? Wie lassen sich schulische Anforderungen mit den Zielen des Herkunftssprachenunterrichts verbinden?

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf innovativen didaktischen Ansätzen. Präsentiert wurden u. a. Möglichkeiten des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Unterrichtsvorbereitung, moderne Lehrwerkskonzepte, Gamification, visuelles Erzählen und Comics als Motivationsinstrumente, Storytelling im Sprachunterricht sowie die Integration von Folklore und traditionellen Spielen. Gerade diese lebendigen, kreativen Methoden sind für die Arbeit mit bilingualen Kindern von besonderer Bedeutung – und entsprechen auch der pädagogischen Ausrichtung von „Rosinka“.

Ein wichtiger Teil der Konferenz war dem Literaturunterricht gewidmet. Diskutiert wurden Kriterien für die Textauswahl im Herkunftssprachenunterricht, neue Zugänge zur Literatur für bilinguale Kinder und Jugendliche sowie Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler über Literatur und Kunst zum Lernen zu motivieren. Für „Rosinka“, wo Lesen und literarisches Gespräch eine zentrale Rolle spielen, war dieser Bereich besonders relevant.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Konferenz war die Präsentation neuer Lehr- und Kinderbücher. Vorgestellt wurden aktuelle Materialien für den bilingualen Unterricht, CLIL-Konzepte sowie moderne Kinder- und Jugendliteratur. Für die Lehrkräfte von „Rosinka“ bieten solche Begegnungen mit Autorinnen, Autoren und Verlagen eine wertvolle Orientierung: Welche Materialien sind wirklich praxistauglich? Was lässt sich direkt im Unterricht einsetzen?

Insgesamt zeichnete sich die Konferenz durch ein sehr hohes fachliches Niveau bei gleichzeitig offener und lebendiger Atmosphäre aus. Wissenschaft und Praxis, Universität und Schule, Theorie und konkrete Unterrichtserfahrung standen hier in einem produktiven Austausch.

Für das Team von „Rosinka“ war die Teilnahme an dieser Konferenz ein wichtiger Schritt in der eigenen Weiterentwicklung. Wir sind mit neuen Ideen, Materialien und Kontakten zurückgekehrt – und vor allem mit dem Gefühl, Teil einer großen internationalen Fachgemeinschaft zu sein. Dieses Wissen und diese Impulse werden nun in unsere Arbeit einfließen – in den Unterricht, in Projekte und in den Austausch mit Kolleginnen, Kollegen, Eltern und Schülerinnen und Schülern.